Hi,
es ist Sonntag, kurz vor zwölf. Bin vor 2h aus dem Busch zurück in die Zivilisation gekommen. Geniales Wochenende! Ich wuerde jederzeit wieder mitmachen! Zum Glück hab ich ein 4WD! Nur bischen kalt wars in der Nacht... Aber alles der Reihe nach:
Freitag gegen 1200 sind wir, Dan und ich, hier in Wodonga los gefahren gen Süden, auf zum großen Gravity 2010 Mountainbike Race. Der Weg dahin war eine landschaftliche Pracht. Da achtet man nicht so sehr auf den Tachometer und zack hatten wir ein Trooper im Rueckspiegel, aber der hatte es noch eiliger als wir und ist erst mal an uns vorbei gerauscht. Nach ein paar Minuten wussten wir dann auch warum: Ein paar Motorräder hier, ein paar im Graben eins im Feld ... Sah aber nicht so schlimm aus!
Hier sieht man eine Bergkette, die letztes Jahr im Bushfeuer komplett abgebrannt ist. Die schwarzen Streifen sind die Überreste des verkohlten Waldes, die zusammengepfercht wurden.
Nach knapp 90 min haben wir dann die "Abzweigung" ins nirgendwo gefunden. Erst wars eine recht annehmbare Schotterstraße bis zum Farmhaus, danach wurds übel. Gleich mal in 4LLc , also Vierrad Untersetzt mit gesperrtem Mittel und Heckdifferenzial. Gut vielleicht etwas übertrieben, aber ich will ja auch wissen ob das klappt, wenn ichs schon hab. Also dann gute 15min durch den Busch durch Wasserläufe, Sand und über was man sich sonst noch so vorstellen kann.
Am Eventort angekommen, öffnete sich der Wald und das Unterholz zu einer großen Wiese, die für die nächsten drei Tage unser zu Hause sein sollte. Dan und ich waren früh dran, konnten uns deshalb einen guten Spot direkt am Track sichern. Dann hieß es erstmal Pavillion aufbauen, Zelt aufbauen, BBQ raus, Tisch aufgeklappt und Bikes vom Auto.
Dan beim Aufbauen der Zelte. Dan ist "Line 3 and Metalliser Manager", super Kerl. Von ihm hab ich mein Bike für das Wochenende und ein Großteil der Campingausrüstung bekommen.
Links der markierte Track, der kleine Weiher Baumgrenze im Hintergrund.
So langsam füllte sich dann auch die Wiese mit immer mehr Teilnehmern, Support Crews oder einfach nur Freunde und Familie. Gegen Abend sah es aus wie in ner riesigen Zeltstadt. Es gab sogar oben einen Klo-Trailer und ein Trailer mit Duschen (ja, auch heißes Wasser).
Dieser Q5, hats irgendwie verbockt ...
Ich hatte bei dieser Stelle keine Probleme mit meinem Pajero!
Später kamen dann auch noch Paul und Baren, sowie Pauls Sohn Justin dazu. Nachdem wir unser Camp aufgebaut hatten, sind wir dann zur Testrunde aufgebrochen, um uns gemeinsam die Rundstrecke anzuschauen. 13,7 km durch erbarmungsloses Hinterland, teilweise kein Schatten, teilweise Schlammlöcher die ganze Fahrräder verschlucken können, dann wieder herrliche langgezogene Gefälle.
Die Strecke kurz zusammengefasst: Bergab gehts raus aus dem Camp, vorbei an einem kleinen Weiher, dann wieder hoch über offenes Feld bis zur Baumlinie, dort immer weiter höher und höher, bis man bei 3km zum "Gravity Fall" kommt. Da gehts dann gut 1km nur steil bergab. Nun, was man runter fährt muss man auch wieder hoch. Bei 5km kommt dann der "Heartbreak Hill". Ich habs nicht mal versucht, der ist zu Fuß schon zu brutal. Ein paar Profis habens trotzdem irgendwie ohne Absteigen geschafft.
Einmal oben kommt dann der beste Abschnitt: "Mojo", angenehmes bergab, nicht zu steil, schön schattig, dafür aber voller Wellen und Schlaglöcher. Danach der "Buffalo Way", wo's durch feuchte Wiesen und Schlammlöcher, den man aber noch ausweichen kann, durch saftiges und grünes Unterholz ging. Dann noch mal ein steiler Berg hoch, noch mal einige kms entlang und durch ein Bach. Am Ende, noch mal ein hässlich sich ziehender Anstieg hoch zum Camp und dann noch von unten durchs ganze Camp hoch bis zum "Zielhäuschen", wo die Zeit genommen wird.
Nach 80 min waren wir zurück, ich total am Ende, direkt zum Bier gegriffen und den Tag ausklingen lassen.
Gegen 2000 haben wir dann gegrillt. Baren, am Tisch, Paul im Hintergrund, Justin links im Bild, und Dan bruzelt sich die Augenbraun ab ....
Die Nacht war arschkalt, ich schätze mal so um die 5°C, ich hab im Auto geschlafen mit Schlafsack und zwei Armydecken. Wenn mal einmal pennt ist es okay, man muss aber erst mal soweit sein ^^.
Während dem BBQ-Frühstück dann die Frage: Wer macht die erste Runde? Ich denk mir, noch ist es nicht zu heiß, die Strecke noch relativ okay und nicht komplett mit Löchern übersät ... Ich mach's. 150 Leute auf einmal, Massensprint zu den Bikes an der Startlinie und dann Punkt 9: Startschuss!
Ich war zu schnell vorbei, kein Foto von mir beim Start :-)
Da ich den Rundkurs schon kannte von gestern, waren zum Glück keine Überraschungen für mich drin und ich wusste was auf mich zukommt. Um 9am war Start, 90min später war ich zurück. Keine gute Zeit, aber hey, immerhin hab ich die Runde geschafft. Nacheinander sind dann die anderen an den Start gegangen, wie beim Staffellauf. Dan, Baren und Justin haben so um die 50 bis 60 min für ihre Runden gebraucht. Aber die sind ja auch in einem Mountainbikeclub und machen das öfters.
Da komm ich gerade die letzte Steigung hoch ...
... komplett erschöpft ...
... aber ich habs ....
....geschafft!
Aber ich bin mit meinen 90 min absolut zufrieden, da ich im Prinzip ja Neuling bin was diese Art von Cycling angeht. Die schnellste Runde war übrigens 35 min, aber nicht von unserem Team.
Dan bei seiner Einfahrt.
Die zweite Runde habe ich dann auch mit 90 min gemeistert. Hatte dann schon 3h auf dem Buckel und konnte kaum noch stehen geschweige denn mein Bier richtig halten. 12h insgesamt, vier Leute im Team, ich hatte meine 3h, nur fair sag ich da :-p . Zwar nur 2 Runden aber mir hats gereicht.
Justin ist um 2000 noch mal zur letzten Runde raus, mit kompletter Beleuchtung, sonst wirds schwierig auf der Strecke zu bleiben!
Am Abend gabs dann noch eine Siegererung und die Platzierungen. Wir waren Platz 117 von knapp 150 Teams. Ganz okay, sind ja nur zum campen gekommen :-D .
Am morgen danach große Aufbruchsstimmung.
Keiner mehr da, Zeit dass wir auch abhauen.
Noch viel mehr Fotos vom Rennen im Picas Webalbum!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen